Blind Dates

Im April 1976 traf ich mein Freund Kelvin mit seiner damaligen Freundin Joan und seine Schwester Patricia bei der jährlichen Ostermesse, Kelvin stellte mir seine Schwester vor, ich war begeistert, Pat und ich sind einige Monate zusammen gegangen, dieses Ereignis war in vieler Hinsicht einmalig, es war das einzige “Blind Date” überhaupt, nachdem ich nicht wutschnaubend nach Hause gekommen war und mir geschworen hatte, nie wieder.

Erstmals wollte ich etwas klar machen, für uns war ein Blind Date, jedes Rendezvous in dem die beiden Partner sich vorher nicht kannten, ganz egal ob man durch Jemand der beide kannte, vorgestellt wurde, ob die Gastgeberin einer Party beide für einander eingeladen hatte, ob man einander irgendwo traf oder zusammen irgendwo hin ging oder was auch immer, Wikipedia hat eine lange Erklärung über “Blind Dates” im Zeitalter des Internets, zu meiner Zeit gab es das alles nicht so, ein “Blind Date” hieß einfach man hatte seine Partnerin vorher nie getroffen.

4 Jahre lang arbeitete ich im Post Automation Zentrum, außer uns in der Technik. arbeiteten fast nur Frauen, meist junge Mädchen, die vor ein oder zwei Jahre die Schule verlassen hatten. Die Mädels hatten einen Hockey Klub, einen Netzball Klub und sonstige Klubs, die alle mindestens einmal jährlich einen Ball veranstalten mussten, dann wurde auch viel geheiratet und nicht alle Damen die zu diesen Veranstaltungen geladen waren, hatten immer auch ein Partner und wenn man gerade keine feste Freundin hatte, dann schien es Mädchen geben die sich auf so eine Information spezialisierten und andere die immer die Aufgabe übernahmen, im nahmen von Jemand mir unbekanntes zu fragen, erstens gehe ich immer noch nicht “steady”? Zweitens habe ich nächsten Samstag schon was vor, ein sehr nettes Mädchen das sie kennt sucht ZB. ein Partner für eine Hochzeit.

Persönlich erhoffte ich mir von so einem Date, das mein Bekanntenkreis von möglichen Freundinnen sich eventuell um eine erweitert, sollte das aber nicht drin sein, war ich entschlossen, das beste aus der Situation zu machen. Vielleicht nur eine nette Unterhaltung, ein paar Tänze, und möglichst ein kurzweiliger Nachmittag und Abend. Nachdem ich das etwa ein Dutzend mal mitgemacht hatte, hatte ich entschlossen auf “Blind Dates” ganz zu verzichten, sie taten ihren Ruf als gewöhnlich ein Desaster alle Ehre. Eine Zeitlang wollte ich es nicht wahr haben, das solche Sachen immer eine Enttäuschung sind, aber ich frag mich Heute noch warum ich nicht einfach gegangen war, da gibt es nur eine Erklärung, ich war doof.

Typische Situation, Lyndi, hatte mich gefragt ob ich als Partner ihrer Freundin Anne bei einer Hochzeit dabei sei könnte, ich habe zu gesagt, treffe bei der Kirche vorher ein, Lyndi stellt Anne und mich an einander vor geht dann wieder zu ihren Mann, Anne hat ihre beste Freundin im Schlepp, während ich  nach der Vorstellung “Smalltalk” über sie ergehen lassen will, empfinde ich es sehr störend das ich für jede Phrase die ich ihr sagen will oder für jede Frage die ich sie frage, in der Hoffnung das sich daraus eine Unterhaltung entwickelt, sie immer erst in ihrer Unterhaltung mit der Freundin unterbrechen muss. Nach der Kirche, Konfetti schmeißen, Brautpaar gratulieren, wie die Freundin heißt weiß ich immer noch nicht, sie ist mit ihren Freund zur Halle abgezogen in der die Rezeption stattfindet. Anne und ich tauschen die nötigen Worte aus, die Rezeption zu finden, sonst ist der Wortwechsel sehr angespannt.

Bei der Rezeption angekommen, werden wir an einer der Tafel unser Platz angewiesen, rundum die Tafel sitzt abwechselnd eine Dame und ein Herr, nur links neben mir sitzt Anne neben ihrer Freundin, rechts neben mir sitzt eine junge Frau, die offensichtlich noch sehr in ihren Partner verliebt ist, links neben mir sitzt Annes Rücken, ihr Gesicht unterhält sich ununterbrochen mit der Freundin die ich immer noch nicht kenne. Musste ich sie vorher unterbrechen, ein Wort zu wechseln, müsste ich sie jetzt mit dem Ellbogen an stupsen, einmal habe ich das auch getan, sie ging ungeduldig auf meine Frage ein, dann wandte sie sich wieder zur Freundin.

Die Hochzeit nimmt ihren Lauf, ein paar Leute die ich nicht kenne, halten langweilige Ansprachen die man mit albernen Witzen aufpäppeln versucht, dann  der erste Walzer, der Brautstrauß wird geworfen, dann das Strumpfband und irgendwann ist es endlich so weit das wir gehen können ohne unhöflich zu sein, Anne muss ich dann noch irgendwo bei ihren zu Hause ab setzen, bis dahin rede ich gar nicht mehr mit ihr und endlich ist alles überstanden.

Habe ich das alles erfunden? Habe ich das schlimmste aus einigen Dates zusammengefasst? Nein der Bericht ist echt und typisch, immer wieder überlegte ich, was wollte die dann eigentlich von mir, warum hat sie sich nicht einfach neben der Freundin an die Tafel gesetzt, wozu war ich überhaupt da?

So ging es meistens, ein Mädchen das meistens sich weder mit besonderen Aussehen, noch mit besonderer Freundlichkeit aus zeichnete, auf den Punkt gebracht, ganz einfach schlechte  Manieren hatte, hatte etwas erwartet von mir das ich nicht geliefert hatte und sie brauchte sich nicht mehr irgend eine Mühe zu machen, mich, als ihr Gast wenigstens ihren Freunden vor zu stellen, auch mal auf einen oder anderen Versuch meinerseits eine Unterhaltung an zu leiern ein zu gehen, oder sonst einen Versuch machen sich in irgend einer Weise um mich zu kümmern, während ich Stunden lang wie ein verlorener Furz neben ihr saß. Die Mädchen haben ein Recht darauf irgend etwas von ihren Partner zu verlangen, als Gegenleistung kommt ganz einfach nichts. So war es immer, so wird es immer sein.

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